Heimatforscher wie Willi Garth sind immer fasziniert, wenn es ihnen gelingt, Steine zum Reden zu bringen. In der neuen Folge der Podcastreihe „Zwischen Himmel und Hörde“ beschäftigt er sich mit Wappensteinen und Grabplatten aus dem ehemaligen Kloster Clarenberg, die heute an einem Denkmal vor und als Original in der Stiftskirche hängen und von vergessenen Adelsfamilien künden. Er berichtet von der Entdeckung bei Bauarbeiten, als in den 1930er Jahren Putzschichten am Klostergebäude abgetragen wurden und alte Sandsteinreliefs zum Vorschein kamen.
Mit Gaumenfreuden aus Westfalen macht Heimatforscher Willi Garth erneut den Zuschauenden in seinem neuen Podcast die westfälische Küche schmackhaft und bekommt diesmal tatkräftige Unterstützung von Koch Günther Overkamp-Klein. Bis zur Eingemeindung nach Dortmund 1928 lautete die postalische Adresse „Hörde in Westfalen“. Und so waren die Hörder schon früh mit dem Bierbrauen und der westfälischen Küche vertraut. Bereits beim 1339 gegründeten Kloster Clarenberg ist ein Brauhaus belegt. Zahlreiche kleine Gasthausbrauereien und später wenige größere Braustätten versorgten die Hörder mit dem erfrischenden Getränk. 1998 endete mit der Stilllegung der Stiftsbrauerei eine lange Tradition. Neben dem „flüssigen Brot“ gehörte auch richtiges Brot auf den Tisch der Hörder. Auf den Hörder Höfen und später in Bäckereien wurde die westfälische Spezialität Pumpernickel gebacken, ein kastenförmiges Riesenbrot aus Roggenkörnern, das lange haltbar war.
Willi Garth erinnert in der neuen Folge an zwei Künstler, die in Hörde gelebt bzw. dem Stadtteil nahegestanden haben. Der Schriftsteller Josef Reding und der Kirchenmaler Sepp Wigger. Foto: Markus Meeder
Planmäßig am letzten Freitag im Juni ging die bereits 10. Folge der Podcastreihe „Zwischen Himmel und Hörde“ online. Jetzt steht ein Re-Upload mit einigen ergänzten Bildern zum Schaffen von Sepp Wigger zur Verfügung. Im Podcast erzählt der Ehrenvorsitzende des Heimatvereins Hörde, Willi Garth, von seinen Begegnungen mit dem bekannten Dortmunder Schriftsteller Josef Reding, der in seiner Nachbarschaft wohnte. Josef Reding blickte stets über den Tellerrand des Ruhrgebietes hinaus. Sein Kurzgeschichten-Band „Nennt mich nicht Nigger“ führte zu einem nicht geahnten Erfolg und prägte seinen Ruf als kämpferischer Menschenfreund. Der Kirchenmaler Sepp Wigger war sehr eng mit „seiner Stiftskirche“ verbunden. Nicht nur weil sein Großonkel Heinrich Wigger als Pfarrer der Stiftsgemeinde die Kirche 1865 erbaut hat, sondern weil er dort getauft, zur 1. Hl. Kommunion gegangen und als Gemeindemitglied Höhen und Tiefen miterlebt hat.
v.l. Maximilian Stock, Bernhard Finkeldei, Klaus-Dieter Menne, Heike Regener, Andreas Brücher und Raimund Schroeder Foto: Heimatverein
Der Heimatverein Hörde hat auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung nicht nur ein positives Fazit des vergangenen Jahres gezogen, sondern auch wichtige personelle Weichen für die Zukunft gestellt. Besonders stolz zeigte sich der Verein über zahlreiche gelungene Projekte und Veranstaltungen: Die Übergabe der neuen Erinnerungstafeln am Rudolf-Platte-Weg zur Stiftsbrauerei, zu Rudolf Platte selbst sowie zum Hörder Bach war ein Höhepunkt im Vereinsjahr. Auch die engagierte Beteiligung am Brückenfest, dem Tag des offenen Denkmals und der Museumsnacht wurde von den Mitgliedern gewürdigt. Das Museum des Heimatvereins erfreut sich steigender Beliebtheit – insbesondere die Sonderausstellungen und Führungen zogen zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.
Seit Freitag, 26.7.2024 ist die 5. Folge der Podcastreihe „Zwischen Himmel und Hörde“ online und erfreut sich schon großer Beliebtheit. Der Heimatverein Hörde stellt immer am letzten Freitag der ungeraden Monate eine neue Folge auf seinem Youtube-Kanal und bei Spotify ein. In der neuen Folge kümmert sich Willi Garth, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins Hörde, um drei bekannte Persönlichkeiten aus Hörde: Rudolf Platte, Bernhard Hoetger und den Hüttenmann.