Vorlesewettbewerb der Stadtteilbibliothek Hörde

Am besten vorgelesen: Sieger Jonne Kari Persson (2.v.l.) sowie die Nächstplazierten Eva Schmalge und Tiago Salmi (Bildmitte). Foto: RoMü
Am besten vorgelesen: Sieger Jonne Kari Persson (2.v.l.) sowie die Nächstplazierten Eva Schmalge und Tiago Salmi (Bildmitte). Foto: RoMü

Von Roland Müller | Bevor gestern der Startschuss zum Vorlesewettbewerb für acht Mädchen und Jungen aus Hörder Grundschulen fiel, hatte die Leiterin der Bibliothek, Sabine Bernard, bereits aufmunternde Worte für den Nachwuchs parat: „Ihr habt den Vorlesewettbewerb an euren Schulen gewonnen und seid hier mit großem Applaus begrüßt worden.“
Und so war es – bei Ella Souliman (Benninghofen), Tiago Salmi (Brücherhof), Mona Stroh (Eintracht Grundschule), Eva Schmalge (Höchsten), Marie Paetz (Lieberfeld), Emilija Wendler (Stift Grundschule), Jonne Kari Persson (Weingarten) und Tim Bergfeld (Wichlinghofen) war – zumindest rein äußerlich – keine Spur von Nervosität zu spüren.
Sie alle kamen an die Reihe, legten ihr Buch auf den Tisch vor ihnen und begannen den selbst ausgewählten Text zu lesen.

Nach fünf Minuten gab es das Zeichen von Sabine Bernard, und das nächste Mädchen, der nächste Junge starteten. Sicher – Unterschiede fielen schon auf: Da führte manchmal der Zeigefinger den Textfluss, da wagten auch schon mal die Augen den Blick ins Publikum, oder zwei Schwerpunkte fanden ihre besondere Betonung – wie „ein großer Satz“ oder „breitschultrig“, natürlich fehlerfrei. Marie beschäftigte sich in ihrer Lesung mit dem Internet und mit den Schwierigkeiten, „die Oma“ damit hatte.
In der zweiten Runde wurde es schwieriger. Jetzt galt es, sich mit einem unbekannten Abschnitt aus dem Buch „Flüsterwald“ von Andreas Suchanek zu beschäftigen und völlig unvorbereitet vorzulesen.
Da musste dann bei einem Absatz auch das Wort „Artefakte“ korrekt über Stimmbänder und Lippen kommen. Und dann hatte Jonne Kari Persson tatsächlich auch noch laut und gut betont aus seinem Text zu lesen: „.Warum hört mir denn keiner zu!?“
Die Jury (drei Mitarbeiterinnen der Bibliothek) sowie zwei Politiker aus der Bezirksvertretung entschieden sich dann nach intensiver Beratung für Jonne als ersten Preisträger, auf den Plätzen folgten Eva Schmalge und Tiago Salmi. Für alle aber gab es als Anerkennung ein Buch und eine Urkunde. Und der Sieger darf sich schon auf die Endscheidung der Stadtmeisterschaft am 30. Juni in der Dortmunder Zentralbibliothek freuen. Auch da werden die Juroren ihre Aufmerksamkeit auf Textbehandlung, Redetechnik und Text-Verständnis legen. Und – na klar – das ganze Publikum wird „zuhören“, denn: Wer zuhört, hat den wichtigsten Schritt zum guten Lesen schon absolviert.