
Auf dem teilweise stillgelegten Friedhof in Hörde entsteht ein ungewöhnlicher Gemeinschaftsgarten. Ein Pop-up-Garten mit 18 Hochbeeten soll Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, für eine Saison eigenes Gemüse anzubauen. Am 27. März 17:00 gibt es einen ersten Infotermin, wo sich Interessierte informieren und kennenlernen können. Am 11. April, 15:00 startet dann der Pop Up Garten mit einer kleinen Eröffnungsfeier.
Treffpunkt ist der Friedhof in Hörde, Eingang Höhe Oelpfad 65.
Initiiert wird das Projekt von GrünBau im Rahmen des Förderprogramms „Dortmund zirkulär“ der Wirtschaftsförderung. Ziel ist es, eine Fläche, die nicht mehr für Bestattungen genutzt wird, gemeinschaftlich und sinnvoll zu verwenden.
Die Fläche wurde zunächst vorbereitet: Brennnesseln entfernt, die obere Bodenschicht abgetragen und Platz für die Hochbeete geschaffen. Insgesamt sind 18 Beete geplant, ergänzt durch eine gemeinschaftliche Tomatenüberdachung sowie zusätzliche Flächen für Kürbis und Zucchini.
Der Garten versteht sich als Gemeinschaftsprojekt auf Zeit. Interessierte können für ein Jahr die Patenschaft für ein Hochbeet übernehmen. Begleitet wird das Projekt von der Biologin Lena Adamczyk, die monatliche, jahreszeitlich abgestimmte Workshops anbietet. Themen sind unter anderem Aussaat, Pflanzenpflege, Kompostierung und Bodenkunde. Zusätzlich sind offene Sprechstunden unter dem Motto „Frag die Gärtnerin“ geplant.
Die Teilnehmenden bewirtschaften ihre Beete eigenständig. Ziel ist es, praktisches Wissen zu vermitteln und Menschen für das Gärtnern zu begeistern – auch über das Projekt hinaus.
Friedhof im Wandel
Der Garten entsteht auf einem Bereich des Friedhofs, auf dem seit rund zehn Jahren nicht mehr bestattet wird. Hintergrund ist der Wandel der Bestattungskultur: Immer mehr Menschen werden in Urnen beigesetzt, wodurch weniger Fläche benötigt wird. Gleichzeitig werden viele Grabstätten heute pflegefrei gestaltet.
Die Verantwortlichen sehen darin die Chance, den Friedhof neu zu beleben – als Ort der Ruhe, aber auch als grüne Begegnungsfläche. Ergänzend sollen im Rahmen eines Biodiversitätsprojekts Blühflächen entstehen und Lebensräume für Insekten gefördert werden. Auch zwei Bienenvölker sind geplant.
