Phoenix des Lumières – Die Kraft der Farben

Henri Matisse und Frida Kahlo tauchen die Phoenix-Halle in ein gewaltiges Farbenmeer. Foto: RoMü
Henri Matisse und Frida Kahlo tauchen die Phoenix-Halle in ein gewaltiges Farbenmeer. Foto: RoMü

Von Roland Müller | Nach den gelungenen Premieren des französischen Unternehmens „Culturespaces“ in der Hörder „Phoenix des Lumières“-Halle vor über drei Jahren, „malen“ nun der französische Künstler Henry Matisse (1869-1954) und seine mexikanische Kunstkollegin Frida Kahlo (1904-1957) mit ihren Werken immersive Schlagzeilen. Dabei musste Matisse zu Lebzeiten sehr kämpfen: Seine „Symphonie der Farben“ stieß im letzten Jahrhundert auf mächtige Kritik des Publikums und wurde als „Revolution“ in der Kunst gebrandmarkt.
Die „Kraft der Farben“ hat hingegen Matisse selbst als sein Markenzeichen kreiert: Gelb, zartes Rosa, Orange, Grün, viele andere und insbesondere Schwarz würden „Zeichen der Befreiung“ setzen, die Harmonie von Mensch und Natur betonen, wie jede Farbe überhaupt „die Türen zu einer anderen Welt“ öffnen würde. Wie auch seine Reise über den Ozean ihm ganz neue Perspektiven seiner Kunst offenbarten: Farben könnten Töne erzeugen und neue Formen seiner Phantasie entwickeln. Dabei schuf Matisse die berühmten „Scherenschnitte“, die letztlich den Bildern neue Formen bescherten. Von seinen Farben ließ er aber nicht ab und half dabei auch seinem Publikum, denn; „Es gibt überall Blumen – für den, der sie sehen will.“


So steht Matisse jetzt in einer Reihe mit den Lumières-Protagonisten wie Dali, Monet, Klimt, Rousseau oder Hundertwasser, die allesamt mit ihren Kreationen  an die 13 Meter hohen Wände der Hörder Kunsthalle projiziert wurden – langsam Besitz nehmend von den 5 600 Quadratmetern Projektionsfläche, untermalt von den mächtigen Sound orchestraler Musik aus 28 Lautsprechern und 10 Subwoofern.
Nach knapp einer Stunde fällt aber noch nicht der Vorhang: Für eine Viertelstunde heißt es „Frida Kahlo: Aus Leidenschaft“ – die mexikanische Künstlerin spart wie Matisse nicht an der Ausdruckskraft ihrer Farben, galt als wichtigste Vertreterin des mexikanischen Surrealismus, verstarb  viel zu früh an den Folgen einer Lungenembolie.
Bei der Kraft der Farben und der begleitenden Musik weiß der Besucher am Ende weder bei Matisse noch bei Kahlo nicht: Wer war eigentlich lauter – die Töne oder die Farben? Beeindruckend, eben immersiv, waren alle

Infos:
Das neue Programm startet am 19. September 2026 um 10 Uhr, ist künftig montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Phoenix des Lumières
44263 Dortmund
Phoenixplatz 4
Eintritt:
16,90 € | Senioren 15,90 € | Kinder bis 5 Jahre: frei | Kinder ab 6 und Jugendliche: 10,90 €