20 Jahre Café Aufbruch

Die drei Mitbegründerinnen Karin, Bea und Christine (v.r.) und Dorothee (seit etwa vier Jahren dabei) in prächtiger Stimmung. Foto: RoMü
Die drei Mitbegründerinnen Karin, Bea und Christine (v.r.) und Dorothee (seit etwa vier Jahren dabei) in prächtiger Stimmung. Foto: RoMü

Von Roland Müller | Der Name „Aufbruch“ weist eher auf frische und junge Aktivitäten hin – beim „Café Aufbruch“ haben jedoch Damen im Rentenalter oder bereits mit 80 Lebensjahren die Initiativen in der Hand. Erst recht, als der Verein am Schildplatz jetzt seinen 20. Geburtstag feierte.
Einen gewählten Vorstand – wie in jedem Verein – gibt es nicht, erklärt Christine Hinrichsen, die mit 79 Jahren zuweilen auch das Wort führt: „Wir verstehen uns als Café für alle, die sich auf ihre Fahnen den Schutz der Umwelt, öko-soziale Projekte und soziale Gerechtigkeit geschrieben haben.“ Und beim Jubiläum wurden auch zwei unterschiedliche Plakate sichtbar: Matriarchat und Patriarchat, ein jedes – natürlich – mit unterschiedlicher Aussagekraft.


Worauf die rund 20 Damen und einige Herren besonders stolz sind, wird deutlich, wenn der Gast etwas über das Engagement aus der Nachbarschaft erfährt: Da kann das Café mit Früchten, Kuchen und Säften zu Sonderpreisen oder als Spende rechnen. Und wenn dann Spaziergänger sich an den Süßigkeiten, an frischen Kaffee oder Tee erfreuen, wird vom Erlös die Café-Kasse gefüllt. Denn: „Wir erheben keinen Mitgliedsbeitrag“, betont Christine Hinrichsen und freut sich besonders über den Vermieter, der bis vor 20 Jahren die Parterre an einen Bio-Laden vermietet hatte: „Stellen Sie sich mal vor – und dieser Mann hat seither nicht ein einziges Mal unsere Miete erhöht!“
Auch die Stadt Dortmund oder die Bezirksvertretung Hörde sind spendabel, finanzierten zum Beispiel das Musikprogramm zum Geburtstag mit. Dort traten am vergangenen Samstag Klaus der Geiger und der Gitarrist Marius auf, außerdem standen auf dem Jubiläums-Programm eine Dia-Show über „20 Jahre Café Aufbruch“ und, natürlich, leckere Kleinigkeiten und Getränke.
Bei allem legt Christine Hinrichsen aber auch Wert auf die Feststellung, „dass wir zwar nicht immer alle einer Meinung sind. Dafür stellen wir aber das, was uns eint, in den Vordergrund.“ Und dazu gehören eine Reihe regelmäßiger Veranstaltungen, wie ein spiritueller Frauenstammtisch, ein Spiele-Nachmittag, ein „Café International“ am 4. Oktober mit Küche aus dem Iran, ein Patchwork-Treff, eine Kreativwerkstatt – meist zu den gewöhnlichen Öffnungszeiten des Cafés: montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr.
Außerdem, sehr informativ: Die unterschiedlichen Angebote des Cafés sind auch immer im Terminkalender vom „Hörder Forum“ unter „www.hoerder-forum.de“ nachzulesen.
Die Café-Damen geben sich also wach, kreativ und präsentieren ein Füllhorn mit Ideen. Und das seit 20 Jahren.
Infos:
Tel.: 0231-43 38 09
E-mail: cafe-aufbruch@free.de
Hintere Schildstraße 18
Geöffnet: mo.-fr. 15 bis 18 Uhr
Die Räume des Cafés werden
auch vermietet (bis 22 Uhr), pro Stunde 20 €